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Gargnano

Gargnano - beschauliches Dorf am Westufer des Gardasees

"Es gibt Weinberge und Wälder aus Olivenbäumen und Zitronengärten auf dem rückseitig liegenden Hügel. Dort gibt es einen lieblichen kleinen Platz, auf dem die Italiener schwatzen und ganz nah davon legen die Fischer ihre Boote an. Alles ist schön, um in Worten ausgedrückt zu werden, kein bischen touristissch, ein ganz einfaches italienisches Dorf"... D.H. Lawrence September 1912

In diesen Worten beschreibt der englische Schriftsteller das Dorf Gargnano am Westufer des Gardasees, in dem er sich in Begleitung von Frieda Weekley ein halbes Jahr lang aufhielt. Und in gewisser Weise haben die Worte des bekannten Schriftstellers auch heute noch Aktualität. Denn noch immer prägen Oliven- und Zitronengärten (letztere allerdings nicht mehr bewirtschaftet) das Bild der Stadt und viel vom touristischen Rummel sind an Gargnano einfach vorbei gegangen. Natürlich ist auch dieser Ort touristisch geprägt, im Gegensatz zu Orten wie Torbole oder Riva konnte sich der Ort allerdings seine ursprünglichkeit und Beschaulichkeit bewahren.

Gargnano und seine Teilorte

Gargnano ist mit 78 qkm eine sehr große Gemeinde und erstreckt sich weit in den Nationalpark Alto Garda Bresciano hinein. Am See liegen neben dem Hauptort die Ortsteile Bogliaco und Villa. Bogliaco ist vor allem durch seinen Yachthafen bekannt und Austragungsort der ambitionierten Segelregatta Centomiglia. An den sanft ansteigenden Hügeln liegen zudem die Dörfer Liano, Formaga, Sasso Navazzo und Musaga, sowie im Hinterland die Dörfer Muslone und Costa.

Franziskanerkloster

Gargnano wurde erstmals im Jahre 973 urkundlich erwähnt. Zu gewisser Bedeutung gelangte das Kloster Mitte des 13. Jahrhunderts, als die Franziskaner im Ort ein Kloster gründeten. Auf die Franziskaner geht auch die 1289 erbaute Kirche San Francesco zurück. Vom ursprünglichen Gebäude sind allerdings nur noch Mauerreste übrig geblieben, die später integriert wurden. Besichtigt werden kann noch heute der Kreuzgang des Klosters. Sehenswert sind insbesondere die verzierten Säulen. Leider wurde die Anlage stark vernachlässigt und die spärlichen Restaurierungsarbeiten nur wenig liebevoll ausgeführt.

Villa Feltrinelli

Eines der sehenswertesten Gebäude ist die Villa Feltrinelli im Norden von Gargnano. 1892 ließ die Familie des Papierfabrikant Feltrinelli die Villa direkt am Ufer des Sees als eines ihrer Sommerresidenzen erbauen. Von 1943 bis 1945, während der Zeit der faschistischen Italienischen Sozialrepublik, war die Villa Wohnsitz des Diktators Benito Mussolini. Nach dem Krieg ging das Gebäude wieder in den Besitz der Familie über. 1997 wurde die Villa Feltrinelli vom amerikanischen Hotelier Robert Burns gekauft und aufwendig zum Grand Hotel a Villa Feltrinelli umgebaut.

Gargnano - Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren

Gargnano ist auch ein idealer Standort, um Wanderungen und Radtouren in die umliegenden Berge und insbesondere den Nationalpark Alto Garda Bresciano zu machen. Beispielsweise zum Stausee Valvestino, ins Valle delle Cartiere (Papiermühlental) oder zur Einsiedelei San Valentino.